Check auf Nebenkostenbefreiungen und Steuerentlastungen

IHRE VORTEILE

Nebenkosten wie Steuern, EEG-Umlage und Netzentgelte machen 75 Prozent der Stromkosten in Deutschland aus.

Der Gesetzgeber hat zum Schutz der Wirtschaft zahlreiche Befreiungstatbestände und Sonderregelungen geschaffen, durch die sich die Stromnebenkosten reduzieren lassen.

Für seine Mitglieder prüft das Europäische Institut für Energietechnik e.V. jedes Jahr 8 Möglichkeiten, ob und inwieweit Ihr Unternehmen von den Befreiungen profitieren kann.

Diagramm zur Zusammensetzung von Stromkosten im Unternehmen un Einsparpotenzial

Vorteil 1 für Mitglieder

CHECK EEG-UMLAGE

Durch die sogenannte „Besondere Ausgleichsregelung“ nach dem EEG-Gesetz §§ 63 ff. können stromintensive Unternehmen einen Antrag auf Begrenzung der EEG-Umlage beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle stellen. Um für die besondere Ausgleichsregelung infrage zu kommen, muss Ihr Unternehmen:

  • mehr als 1 GWh Strom verbrauchen,
  • eine Stromkostenintensität von mindestens 16 % (Unternehmen nach Liste 1) bzw. mindestens 20 % (Unternehmen nach Liste 2) haben,
  • ein zertifiziertes Energiemanagementsystem eingeführt haben und betreiben, oder einen gültigen Eintragungs- oder Verlängerungsbescheid der EMAS-Registrierungsstelle haben (ab 5 GWh).

Vorteil 2 für Mitglieder

CHECK KWK-UMLAGE

Unternehmen mit einem jährlichen Stromverbrauch von über 1 GWh können von reduzierten KWK-Umlagen profitieren. Diese müssen sie bis zum 31. März des Folgejahres beim zuständigen Netzbetreiber beantragen. Dabei müssen sie angeben, wie viel Strom sie aus dem Netz bezogen und wie viel sie selbst verbraucht haben. Bleibt die Meldung aus, müssen Unternehmen die Umlagen nachzahlen.

Vorteil 3 für Mitglieder

CHECK KONZESSIONSABGABE

Sogenannte Sondervertragskunden sparen über 95% der Konzessionsabgabe – sie zahlen nur 0,11 ct/kWh. Sondervertragskunde ist jeder, der

a) mindestens 30.000 kWh pro Jahr verbraucht und

b) in wenigstens zwei Monaten eine Höchstleistung von 30 kW erreicht.

Mit einem intelligenten Stromzähler können auch Gewerbekunden mit einem Jahresverbrauch unter 100.000 kWh (SLP-Kunden) ihre Leistungsspitzen messen und ihr Einsparpotenzial bei der Konzessionsabgabe ermitteln.
Bei Erdgas profitieren alle Unternehmen von einer reduzierten Konzessionsabgabe, die nicht im Rahmen der Grund-/Ersatzbesorgung beliefert werden. Sie zahlen lediglich 0,03 ct/kWh. Bei einem Gas-Jahresverbrauch von über 5 Mio. kWh entfällt die Konzessionsabgabe sogar vollständig.

Selbsttest

POTENZIALE DER OPTIMIERUNG DER KONZESSIONSABGABE

Vorteil 4 für Mitglieder

CHECK STROMSTEUER

Besonders energieintensive Unternehmen des produzierenden Gewerbes können vom Spitzenausgleich profitieren. Ihnen wird auch die Steuerlast erstattet, die nach §9 noch übrig bleibt. Um für den Spitzenausgleich infrage zu kommen, muss Ihr Unternehmen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Es ist als Unternehmen des produzierenden Gewerbes klassifiziert.
  • Die gezahlte Stromsteuer im Kalenderjahr übersteigt den Sockelbetrag von 1.000 Euro.
  • Sie haben ein zertifiziertes Energiemanagementsystem (EnMS) nach DIN EN ISO 50001 oder EMAS eingeführt. Bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) genügt ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 oder ein alternatives System zur Verbesserung der Energieeffizienz.

Die Höhe der Entlastung hängt ab von der Differenz der Stromsteuer, die über den Sockelbetrag hinausgeht, und der (fiktiven) Entlastung durch die gesenkten Rentenversicherungsbeiträge.

Vorteil 5 für Mitglieder

CHECK ENERGIESTEUER

Analog zum Stromsteuergesetz sieht das Energiesteuergesetz vollständige Energiesteuerentlastung für bestimmte Prozesse und Verfahren vor. Ebenso für Energieerzeugnisse, die in ortsfesten KWK-Anlagen eingesetzt werden. Auch Unternehmen des produzierenden Gewerbes oder Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft können eine Steuerentlastung beantragen, wenn sie ihre Produkte zur Wärmeerzeugung für betriebliche Zwecke einsetzen.

Vorteil 6 für Mitglieder

CHECK UMSATZSTEUER

Zum Vorsteuerabzug berechtigte Unternehmen können die Mehrwertsteuer mit der Umsatzsteuer verrechnen und kaufen so quasi netto ein. Unternehmen aus den Branchen Gesundheitswesen, Finanzwesen sowie kommunale, kirchliche und gemeinnützige Einrichtungen sind jedoch nicht vorsteuerabzugsberechtigt, zahlen also im Einkauf 19 Prozent mehr.

Es gibt 3 Wege zumindest den Energieeinkauf umsatzsteuerfrei abzuwickeln.

Selbsttest

POTENZIALE DER OPTIMIERUNG DER UMSATZSTEUER

Vorteil 7 für Mitglieder

CHECK OFFSHORE-HAFTUNGSUMLAGE

Ab einer Bezugsmenge von mehr als 1 GWh pro Jahr lässt sich die Offshore-Haftungsumlage auf 0,027 ct/kWh begrenzen. Wenn die Stromkosten im Verhältnis zum Umsatz im letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr mehr als 4 Prozent betragen, reduziert sich die Umlage auf 0,025 ct/kWh.

Vorteil 8 für Mitglieder

CHECK NETZENTGELTE

Netzentgelte lassen sich auf 3 Wegen reduzieren:

  1. Saisonale und singuläre Netznutzung
    Wenn der Netznutzer sämtliche Betriebsmittel in der betreffenden Netz- oder Umspannebene selbst nutzt, werden die Entnahmestellen bezüglich der Entgelte so gestellt, als seien sie direkt an die vorgelagerte Netz- oder Umspannebene angeschlossen.
  2. Atypische Netznutzung
    Wenn der maximale Strombezug eines Netzkunden ausserhalb der Hochlastzeitfenster des Netzbetreibers liegt und die Differenz zwischen Jahreshöchstlast und höchster Last im Hochlastzeitfenster mindestens 100 kW beträgt, lassen sich die Netzentgelte um mindestens 20 Prozent bis hin zu 80 Prozent reduzieren.
  3. Intensive Netznutzung
    Ab einer Abnahmemenge von mindestens 10 GWh pro Jahr und Abnahmestelle lassen sich die Netzentgelte bei mindestens 7.000 Benutzungsstunden um 80 Prozent, bei mindestens 8.000 Benutzungsstunden um 90 Prozent reduzieren.